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Varanasi ist wirklich atemberaubend.

Tänzerin an einem der unzähligen Ghats

Schaut man sich die Fotos an, die man bei Flickr, google und anderen Fotosuchmaschinen dazu findet kann man nicht ansatzweise die Atmosphäre hier vor Ort erfassen. Wenn das Licht schwindet und die Feuer der Leichenverbrennungen die Nacht erhellen, aus den blechern klingenden Megafonlautsprechern hinduistische Musik über den Ganges hallt, dann spürt man, wie sehr die Inder von ihrer Mystik  durchzogen sind. Wie tief der Glaube an die alten Götter sitzt. Unser Bootskapitän auf dem Yamunariver hielt stehts einen Platz auf seinem kleinen Ruderboot für Durga, seine Göttin frei.

Doch auch tagsüber wird man von Varanasi verzaubert. Zuallererst muß man allerdings eine gehörige Portion Optimismus und Ignoranz mitbringen. Sonst geht man hier unter! Noch nirgendwo auf der Welt wurde ich so penetrant und aufdringlich von Bettlern / Händlern / heiligen Männern und allerlei Gesindel belagert. Hinzu kommt, dass es kaum einen Quadratmeter gibt, der nicht von irgend  welchen Exkrementen bedeckt ist. Nicht alle stammen von Tieren. Vielmehr wurden die meisten tierischen schon wieder aufgesammelt und verarbeitet (siehe unten). Der Inder als solches scheint ein Auge dafür zu haben, was als Brennstoff taugt und was nicht :)

Zwischen all dem Müll und Dreck gibt es aber auch immer wieder kleine, schöne Momente. Sie sind rar, aber wenn man sich an ihnen entlang hangelt kommt man aus dem Staunen kaum mehr raus.  Ich zitiere hierzu Alexander von Humboldts und seinen tapferen wie aufrechten Reisegefährten Aimé Bonpland:

“Wie die Narren laufen wir bis jetzt umher; in den ersten drei Tagen können wir nichts bestimmen, da man immer wieder einen Gegenstand wegwirft, um einen anderen zu ergreifen. Bonpland versichert, dass er von Sinnen kommen werde, wenn die Wunder nicht bald aufhören … Ich fühle es, dass ich hier glücklich sein werde und dass diese Eindrücke mich auch künftig noch oft erheitern werden.”

Ein wirklich heiliger Mann


So in etwa könnte man es ausdrücken. Sei es der freundlicher Blick einer Fremden, das gemeinsame Lachen mit einem Wäscheklopfer oder witzige Mißverständnisse beim Einkaufen. Hier werden wir uns noch ein paar Tage wohlfühlen.

Allerdings ist sowohl die Zeit, als auch das Internet ein Mangelgut in Indien…

Wir haben bereits Agra hinter uns gelassen und sitzen jetzt nebeneinander an zwei PCs eines abgefuckten Internetcafes. Accents hat die Tastatur uebrigens auch nicht. und auch kein ue…. Aber es reicht :)

Bisher hat alles ganz gut geklappt. Haben unser erstes indisches Essen bereits in Dubai zu uns genommen und sind dann in Delhi direkt mit dem Taxi aus der Stadt verschwunden und in Richtung Agra gebraust.

Dort hat uns dann unser Gastvater Manohar Naidu mit dem Handy zu seinem Haus in Taj Ganj gelotst. Unser Zimmer war puristisch und nicht sonderlich sauber (to be polite).  Nach einigen Grundreinigungsmassnahmen konnte man aber zumindest die toilette benutzen. Den Rest haben die Schlafsaecke abgehalten…

Obligatorisch, natuerlich der Besuch im Taj Mahal…. Aber wir haben ihn ausfallen lassen :) Naeheres dazu gibts aber in kuerze, wenn ich mehr zeit habe. Das wird wahrscheinlich heutabend, spaetestens aber morgen sein. Dann gibts auch die ersten Bilder.

Vielen Dank fuer das Rege interesse an unseren unbedeuteten Schicksalen!

Ein Beispielbild von Varanasi

Ein Beispielbild von Varanasi

PS: Das iphone funktioniert hier nicht. Meine Arbeitskollegen wirds freuen :) Wer trotzdem Lust hat, mich mal in Indien anzurufen kann dies gerne tun. Meine Indische Handynummer gibt’s bei studivz oder wkw gegen. Einfach fragen :)

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