Artikel-Schlagworte: „Beijing“

Das Man Boon Krong in Bangkok

Scheinbar muss jede asiatische Metropole eins haben. In Bangkok ist es das „MBK“, in Delhi der „Palika Bazaar“ und in Peking das „77th Street“. Die letzten beiden befinden sich tatsächlich unterirdisch. Im MBK kommt’s einem nur so vor.

Bei dem genannten Trio handelt es sich um Shoppingcenter. Genauer: Um Departmentstores, also große Gebäude voller kleiner Buden und Stände.

Der Palika Bazaar in Delhi

Bude ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Mehr als ein alter Tisch und ein paar an Kleiderbügeln aufgehängte T-Shirts haben die Läden meist nicht zu bieten. Wobei ich vielleicht auch untertreibe…. Es können durchaus 2000 an Kleiderbügeln aufgehängte T-Shirts sein. Wobei man sich nicht so aufs textile versteifen darf. Eigentlich bekommt man hier alles. Vom gefaketen Poloshirt über Bücher, Goldschmuck, Handys, Sexspielzeug, Geburtstagstorten, Haarschnitte, Sushi und – ich bin mir sicher, in irgendeiner dunklen Ecke werden bestimmt auch Abtreibungen und / oder Geburten erledigt, Ganz nach Kundenwunsch. Eins bekommt man aber in allen Shoppingcentern: Man bekommt die Taschen gelehrt. Nicht auf die böse, diebische Art!

Das 77th Street in Beijing

Aber man kauft so viel Plunder und Gerümpel. Schließlich schaffen die Händler es dann auch noch, einem das gute Gefühl zu geben, einen Top-Preis rausgeschlagen zu haben, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommt…

Die drei Center stehen auch nur stellvertretend auf der Bühne. Ich bin mir sicher, dass jede asiatische Metropole ein Pendant zu bieten hat, aber das kenne ich dann noch nicht. Und über Unbekanntes will ich nicht schreiben.

Im September geht es ja vorrangig nach Thailand, aber wer weiß schon, wohin der Weg uns von da aus weht. Vielleicht können wir dem Trio noch einen vierten Kumpanen hinzufügen.

Auch wenn Quattro markenschutztrechtlich nicht so leicht von den Lippen geht.

Mein freundlicher Bankier

Es war mal wieder soweit. Die BAR-Reserven der Landeswährung waren verprasst und ich wollte ein paar Euros tauschen. Eigentlich nirgendwo auf der Welt ein Problem….

Nirgendwo? Neeeeeeiiiiiiin…. In Zentralasien scheint sich da eine Art Runninggag zu entwickeln…

Fleißige Leser erinnern sich bestimmt an Flos verlorene Stunde in Simla, oder mein Glück mit der ehrlichen Bankersfrau in Gangtok?!? Das war Indien, ich hätte nicht gedacht, dass man da irgendwo anders auf der Welt noch rankommt.

PAH!
Die Chinesen wollen an die Weltspitze, in allem! Irgendjemand hat ihnen nun wohl gesteckt, dass die Inder die bürokratischsten Menschen der Welt sind. Das kann und will sich der geliebte Führer, äh, ich mein die Partei (Die Partei – Die Partei) nicht gefallen lassen.

Resultat dieser Bemühungen: Ich habe heute 45 Minuten in einem bequemen Lehnsessel gelegen und auf mein Urteil gewartet. Erst erschien alles ganz leicht…. Ich sollte eine Nummer ziehen, doch das hat sofort die Nummer-zieh-Frau für mich erledigt und mich auch gleich zu meinem besagten Lehnsessel eskortiert. Dann musste ich die 100€ sowie meinen Reisepass rüber wachsen lassen und dann konnte das Spiel beginnen. Zuerst durchlief mein Ausweis die Hände jedes einzelnen Angestellten bis zum Direktor. Jedes mal verfinsterten sich die Mienen mehr. Schließlich kam man zu mir. Ich rechnete inzwischen mit der Ausweisung oder gar der Zwangskomunion! Doch dann die Frage: “Where are you from” Mein schüchternes “Germany” konnte alle Zweifel entlkräften. Es handelte sich nicht um einen gefälschten Taiwanesischen Büchereiausweis! Das Stück Pappe kam aus Deutschland. “Aber jetzt” “schnell schnell”

Hot or Not für Banker :)

Weiter im Programm: Aus einer der untersten Schubladen aus einem der hintersten Schränke brachte man ein Gerät, chinesischer Machart, das Blüten innerhalb weniger Sekunden entlarvt. Nunja… genau das tat es. Meine 50€ Scheine waren also gefälscht… Oder? Nochmal durch… wieder Alarm. Nochmal durch… wieder Alarm. Wie das halt so ist bei chinesischer Technik, dachten wohl auch die Banker und wechselten nun zur zweit genausten Entlarvungsmethode: “gegen’s Licht halten”  Diesmal schienen die Scheine zu halten, was meine Hausbank mir versprochen hatte. Man brauchte allerdings noch ein Formular…. Zuletzt hatte man es Mitte der 90er Jahre gebraucht, aber man würde es schon finden… Tat man auch. Erneut war ein Dutzend Banker mit der korrekten Ausfülltechnik beschäftigt. Ich hatte inzwischen meinen Reiseführer halb durchgearbeitet und schaute nur noch minder interessiert zu.

Irgendwann war es aber überstanden, ich erhielt mein Geld, musste zwei Unterschriften leisten, mein Reisepass war eh schon kopiert worden und zum krönenden Abschluß wurde ich eingeladen auf einer kleinen Tastatur den Service meines Kassierers zu bewerten. Ich drückte diplomatisch auf „very good“ und aus dem Lautsprecher erklang ein blechernes: „Xièxiè“ – Zu deutsch: Vielen Dank.

Ich erntete ein aufrechtes chinesisches Lächeln, und hey: Dafür sind die Jungs berühmt.

So war dann auch ich entschädigt

No Entry? Typisch China!

Unverhofft kommt oft! Unter diesem Motto sitze ich gerade in einem Costa-Kaffeehaus in Beijing. Nicht weil ich ein Freund von Costa bin, ich kenn den Typen nicht mal. Aber Costa und seine Jungs versorgen den Connaisseur gerösteter Kaffeebeeren eben auch mit kostenlosem Wi-Fi. Wie viele IT-Freaks wohl so mit der Zeit zu Kaffeekennern geworden sind…. Costa schweigt.

Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass ich mein wochenende nicht am Wildunger Markt- sondern am Tian’Anmenplatz verbringen darf.

Den Pazifisten wird’s freuen: Von Panzern keine Spur!

Angekommen in Beijing. Immerhin hab ich fast den ganzen Flug verpennt, das hab ich vorher nur in Indien geschafft. Aber ich war auch wirklich am Limit meiner Kräfte und bin auch jetzt weit weit weg von ausgeruht.

Also bin ich aus dem Flugzeug gepurzelt, vor dem Gepäckband zum liegen gekommen und tadaaaa: Mein Rucksack war schon da J

Bei meinem alten Kumpel Costa

So konnte der Tag weitergehen! Ein Taxi geschnappt, zum Hotel gedüst und siehe da: nach 10min bin ich schon da!  – Ok der ausgehandelte Preis lies mehr auf einen mehrtägigen Trip mit Übernachtung schließen, aber egal.

Also eingecheckt – um 7:00 morgens geht das auch nicht überall, und erstmal unter die Dusche.

Das Zimmer ist sehr schön und ich könnte mich richtig wohl fühlen, müsste ich nicht morgenfrüh schon wieder ausziehen.

Ich bin nämlich nur von Samstagmorgen bis Sonntagmittag in Peking. Danach wieder im schnöden Deutschland. Aber Asienjunkies geben sich auch mit dem schnellen Methadon-Kick zufrieden eh es im September nach Thailand geht.

Größter Wehmutstropfen ist sicherlich, dass ich allein reise. Das macht alles langweiliger und mich selbst antriebsloser. Wen juckt, was hinter der nächsten kurve kommt, wenn ich’s keinem zeigen kann. Wenn ich dann zu Hause davon erzähle glaubts mir ja eh keiner.

Wie sagt man so schön: Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt.

Sehr schöner und wahrer Spruch muss ich sagen.

Neues folgt in Bälde

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes